Mary Bauermeister
Mary Bauermeister wurde am 7. September 1934 in Frankfurt am Main geboren, kam mit den Eltern nach Köln und besuchte dort von 1946-54 die Höhere Schule, wo sie von ihrem Zeichenlehrer Günter Ott wesentlich für ihre spätere künstlerische Karriere beeinflusst wurde. Sie studierte 1954-55 an der Hochschule für Gestaltung in Ulm bei Max Bill und von 1955-56 an der Staatlichen Schule für Kunst und Gestaltung in Saarbrücken bei Prof Otto Steinert.
1957 entschloss sie sich als freie Künstlerin in Köln zu leben, wo sie 1960 das legen-däre „Atelier Mary Bauermeister“ in der Lintgasse 28, begründete. Dort organisierte sie „verrückte“ Konzerte neuester Musik, Lesungen und Ausstellungen, die den Aufbruch in neue künstlerische Dimensionen einläuteten und das Bild der avantgardistischen, intermedialen Kunststadt Köln mitprägten. Das Atelier war Dreh- und Angelpunkt für gleichgesinnte junge Kreative aller Sparten aus der ganzen Welt, darunter Adorno, Brecht, Bussotti, Cage, Cardew, Christo, Helms, Paik, Patterson und viele andere, die dort ihre Visionen über neue Kunst, Musik und Denkschemen verwirklichen konnten. Das Atelier war die Brutstätte der späteren Fluxus-Bewegung.
1961 belegte Mary Bauermeister den Kompositionskurs von Stockhausen bei den Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt, wo sie ihre „Malerische Komposition“ entwickelte. Aus dieser ersten Zusammenarbeit mit Stockhausen entwickelte sich eine tiefe Beziehung, die beide künstlerischen Persönlichkeiten stark beeinflusste. Die im Oktober 1961 im Theater am Dom uraufgeführte „Originale“ war ein Gemeinschaftswerk der Beiden, Stockhausens Musik und Bauermeisters künstlerische Gestaltung, die die Aktivitäten im „Atelier“ widerspiegelten.
Im Juni 1962 bekam Mary Bauermeister ihre erste Einzelausstellung im Stedellijk Museum in Amsterdam, die ihre internationale künstlerische Karriere begründete. Im Herbst 1962 gab sie ihre Aktivitäten im Atelier in Köln auf, um mit Stockhausen nach Amerika zu gehen. Bereits 1963 bekam sie die erste Einzelausstellung in der Galerie Bonino in New York, die sie lange Jahre in New York vertrat. Marcel Duchamp vermittelte sie 1972 zur Galerie Arturo Schwarz in Mailand, wo sie begeistert aufgenommen wurde. Ausstellungen in New York, London, Buenos Aires, Luxemburg und Deutschland folgten.
Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere verließ Mary Bauermeister 1972 New York um sich in Forsbach bei Köln niederzulassen. Von hier aus setzte sie ihre internationale Ausstellungstätigkeit in Museen und Galerien fort und beschäftigte sich mit Grenzwissenschaften, die in ihre Garten- Gestaltungs- und Kunst am Bau Projekte einflossen. Sie hatte viele Einzelausstellungen in Museen, zuletzt 2004 im Museum Ludwig, Köln und 2010 im Wilhelm Hack Museum, Ludwigshafen und in Galerien u.a.
Staempflli Gallery, NY, Galeria Bonino, Buenos Aires und NY; Galerie Schüppenhauer, Köln. Ebenfalls wurde sie in Gruppenausstellungen in Museen gezeigt, u.a. Guggenheim Museum, NY; Musée de l’art Moderne, Paris; L.A. County Museum of Art; Staatsgalerie Stuttgart; MOMA, NY; MOCA, LA. Ihre Arbeiten befinden sich in zahlreichen Museen, u.a. MOMA, Whitney, Guggenheim und Brooklyn Museum, New York; The Albright-Knox Art Gallery, Buffalo; Kunstmuseum Bonn; Museum Ludwig, Köln; Staatliches Museum Schwerin sowie in privaten und öffentlichen Sammlungen.
Im Herbst 2011 erschien ihr erstes Buch über das Leben mit Stockhausen.